Dienstag, 28. August 2012

Rückwärtsfahren


Als die Kleine geboren wurde, fuhr sie (wie wohl alle deutschen Babys) in der rückwärtsgerichteten Babyschale eher selten aber regelmäßig mit uns im Auto.


Es gibt in Deutschland aber auch den Trend Babys, sobald sie sitzen können, in einem vorwärtsgerichteten Sitz zu transportieren.
Irgendwie auch verständlich. Welches Baby fährt schon gern rückwärts, ohne etwas sehen zu können, insbesondere je älter es wird? Auch unsere Mädchen weinten fast während jeder Fahrt. 
Singen half.
Und so kann ich inzwischen "Dornröschen war ein schönes Kind..." oder "Bunt, bunt, bunt sind alle meine Kleider" im Schlaf singen, summen und trällern.

Statt so früh wie möglich auf einen Folgesitz zu wechseln, existiert allerdings die eindeutige Empfehlung Babys so lange wie möglich in der Babyschale zu belassen. D.h. bis das Babyköpfchen deutlich über die Oberkante der Babyschale hinausragt.
Nur so lassen sich bei einem Frontaufprall lebensgefährliche Wirbelsäulenverletzungen aufgrund des relativ enormen Kopfgewichtes vermeiden. 

Als der Kopf der Kleinen in ihrem 18. Lebensmonat über die Babyschale hinausragte, standen wir vor einem Problem.
Sie hatte noch deutlich keine 9kg um in den vorwärtsgerichteten Sitz der Großen zu wechseln.
Was tun?


Nach langer Recherche im Netz und Nachfragen beim A*DAC, kamen wir zu rückwärtsgerichteten Folgesitzen.  Ebenfalls Sitze der Gruppe I, kann man sie ohne Mindestgewicht, von etwa 9 Monaten bis etwa 4 Jahren bzw. 18 kg nutzen.
Sie sind, wie die Babyschalen, um ein Vielfaches sicherer als vorwärtsgerichtete Sitze und in Skandinavien bereits eher Regel als Ausnahme.

Im Internet gibt es inzwischen viele gute Informationen zu diesem Thema. 
Z.B. auf dieser Informationsseite oder hierhier und natürlich auch beim A*DAC.



Entgegen unserer Erwartungen konnte die Kleine (inzwischen 9,2kg) von Anfang an sehr gut aus dem Fenster schauen und akzeptiert die sitzende Position eher als die Liegende. Auto fahren gehört dennoch noch immer nicht zu ihren liebsten Beschäftigungen ;)
Man kann Reboard-Sitze nicht auf einem Sitz mit Airbag nutzen und es ist, insofern man allein unterwegs ist, tatsächlich etwas umständlich mit dem Kind zu kommunizieren oder ihm etwas zu reichen. Aber ein kleiner Spiegel kann da teilweise Abhilfe schaffen.

Im Gesamturteil würde ich nie wieder einen anderen Sitz nutzen!
Und vielleicht habe ich ja auch euer Interesse geweckt.

Liebe Grüße

Halitha





Kommentare:

  1. Ich hab noch nie verstanden, warum es manche so eilig haben, die babyschale loszuwerden...ich hatte meine beiden drin so lange es ging, und ich fand den luxus toll, das schlafende kind einfach mitsamt sitz ins haus tragen zu können...

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  2. Liebe Halitha,

    ich finde es toll, dass Du in Deinem Blog so toll aufklärst.
    Auch wir haben einen Reboarder und würden uns nie anders entscheiden.
    Auch bei einem vorwärtsgerichteten Sitz ist es schwierig als Fahrer dem Kind etwas zu reichen und umdrehen sollte man sich ja auch nicht.

    Ich hoffe, viele lesen das, die davon noch nichts wussten.

    Grüssli Melli

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  3. Liebe Halitha,

    ein wichtiges Thema, über das sich viel mehr Leute informieren sollten!

    Mein Zwerg ist damals bis kurz vor seinem 3. Geburtstag auch nur rückwärts gefahren. Wir hatten einen Sitz von R*mer, einen der seinerzeit wenigen Sitze, die man rückwärts einbauen konnte. Wie es heute ist, weiß ich gar nicht, der große Junge fährt jetzt vorwärts in einem Sitz für Große :)

    Sehr beeindruckend finde ich auch die Skizze hier auf Seite 2 unten, die das Verhältnis von Kopf- und Körpergröße zeigt: http://reboard-kindersitz.info/mediacenter/offene_Dateien/Reboard_Flyer_online_offline/PDF/Reboard_Flyer_online_v01_DE.pdf

    Herzliche Grüße
    Mel

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  4. Das ist ein sehr interessantes Thema, finde ich arg, dass ich davon bisher noch gar nichts gehört habe! Danke für die Anregung, ich werd mich mit diesem Thema mal näher auseinandersetzen!
    VLG Ena

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  5. ein eintrag genau passend zu unserer jüngsten entscheidung :). wir haben unserem knapp einjährigen, der zwar schon über 10kg wiegt, aber den wir trotzdem noch nicht vorwärts fahren lassen wollten, jetzt auch einen gekauft - nach langer recherche... schade, dass die meisten babyfachmärkte noch immer keine reboarder führen und sie generell so unbekannt sind. seit einer woche fahren wir jetzt mit dem britax multitech (geht auch vorwärts) und sind bisher sehr zufrieden.
    liebe grüße
    linnea

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  6. Jap - schon ich hatte vor 10 Jahren einen Sitz für den Volvo den ich fuhr - für den Beifahrersitz. Der war dort in Skandinavien standard. ABER : Ich hatte ein großes Problem, weil ich diesen Sitz nicht "weitergeben" konnte so brauchte ich noch einen normalen Sitz, den ich nach der "übergangsphase" einfach weiterbenutzt habe.
    Am besten ist noch man macht keinen Unfall mit den Kleinen!
    Liebe Grüße Tinki

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  7. Interessant. Davon hab ich ja noch nie gehört. Vielen Dank für's teilen eurer Erfahrungen, da werden wir sicher mal drüber nachdenken, wenn es soweit ist. LG

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  8. "Rückwärts", das sehe ich tatsächlich zum ersten Mal. Dennoch interessant! :)

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  9. Bei eltern.de gibt es ein Forum, bei dem es mittlerweile Trend ist, alle Kids andersrum ins Auto zu setzen, da es besser sein soll. Wir nutzen aber noch die normalen sitze... es gibt eine tolle Verlosung! Schau doch mal auf meinen Blog!

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  10. liebe yvonne,

    ist es ein gewinnspiel von dir?
    oder das, welches du verlinkt hast?
    ich konnte kein anderes finden?! aber ich such nochmal :)
    und zum übrigen: es ist ja nicht nur ein trend, der besser sein _soll_, sondern fakt, dass es für kleinkinder besser _ist_ rückwärts zu fahren.

    und darauf wolle ich hinweisen :)

    ansonsten danke für euren zuspruch!
    wie gesagt, hatte ich davon bis zur jahreswende noch nie etwas gehört.

    liebste grüße
    halitha

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  11. Auch unsere Jungs (15 Monate und 3 Jahre) fahren im Reboarder :-)

    Danke, dass Du dieses Thema in Deinem Blog angesprochen hast! Ich hoffe, dieser "Trend" wird bald bei immer mehr Eltern zur Regel!

    LG Ursula

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  12. Liebe Halitha,

    hier wird auch rückwärts gefahren ( der Halbjährige ja sowieso). Und er Große (2,5 Jahre) fährt gerne so und kann super gucken.Leider stoßen wir in genau der gegenteiligen Richtung an unsere Grenzen: Das Kind war schon immer groß und schwer und wiegt inzwischen schon 17,2 Kilo (!), unser Sitz ist nur bis 18kg zugelassen. Aber dann geht er wohl gleich nahtlos an den Kleinen.
    Und ärger dich bloß nicht über die Leute! Die meisten WOLLEN es auch gar nicht verstehen; Meine schwägerin steht neulich vorm Auto und ihre Tochter sagt, sie wolle auch mal in den Sitz. Dazu Schwägerin: "Nee, da willste nicht sitzen, der arme arme O. sieht da ja gar nichts und hat auch überhaupt keinen Platz für die Beine" (totaler Blödsinn!). Mein Sohn stand daneben! Ich wär ihr fast ins Gesicht gesprungen!
    Fakt ist: Ich weiß mein Kind gut aufgehoben und würde IMMER wieder einen Reboarder kaufen!

    LG vom Frollein

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  13. liebe frollein tongtong,

    ich persönlich habe noch keine so negativen reaktionen zu dem reaboarder erhalten. die leute sind eher erstaunt oder denken, wir hätten ihn einfach falsch eingebaut ;)
    die mehrzahl der leute weiß einfach noch gar nichts darüber, deshalb sollte man eben aufklärungsarbeit leisten und ich hoffe, das habe ich durch meinen post ein wenig getan.

    liebe grüße und gute nacht

    halitha

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  14. Interessantes Thema, damit müssen wir uns über kurz oder lang auch befassen.... Aber ich hab jetzt nicht ganz verstanden, ob man jeden Autositz gegen die Fahrtrichtung einbauen kann oder ob das spezielle Sitze sind?

    Danke jedenfalls für die Infos, lg Selina

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  15. Sehr interessanter Artikel, der immer noch Gültigkeit hat. Das Thema Rückwärtsfahren, Nutzung von Babyschalen oder Reboardern sollte zum Schutze des Kindeswohls gerade für Kleinstkinder eine größere öffentliche Aufmerksamkeit genießen.

    LG
    Markus

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Ich bin gespannt und freue mich sehr über ein paar ehrliche Worte :)
(Kommentare werden erst moderiert, nicht wundern!)