Samstag, 22. Februar 2014

"Platz ist in der kleinsten Hütte" - Zuhause bei Halitha #5

Eigentlich wollen wir gern umziehen. Für mehr Platz und auch, weil man mit einem Umzug viel unnötigen Ballast abwerfen und neu starten kann. Da dies aber aus verschiedenen Gründen nun erstmal nicht möglich sein wird, sind wir einfach einmal innerhalb unserer Wohnung umgezogen. Wir haben unser gesamtes Hab und Gut einmal in der Hand gehabt, haben einiges entsorgt, verkauft, verschenkt und weiter gegeben und uns neu sortiert. An diesem Prozess mag ich euch ein wenig teilhaben lassen und euch so einen kleinen Einblick in unseren Alltag auf 80qm geben. 
Mit ein paar ausgesuchten Details - einen kompletten Rundgang durch unsere Wohnung gibt es aus sicher nachvollziehbaren Gründen aber nicht ;)

 Wie ich ja schon im vierten Teil dieser kleinen Wohnungsserie geschrieben habe, habe ich mein Nähzimmer zugunsten eines weiteren kleinen Kinderzimmers hergegeben. Unser eigentliches, großes Kinderzimmer ist aus diesem Grund auch ein wenig umstrukturiert worden. Ein großer Schrank ist ins neue Kinderzimmer gewandert, dafür gibt es nun wieder viel Raum zum Spielen im großen Kinderzimmer. 



Uns war wichtig, das Zimmer (da die Große ja nun auch einen Bereich für sich bekommen hat) kleinkindtauglich einzurichten. Damit die Kleine alles allein erreichen und ihrem Bedürfnis nach Selbstständigkeit nachkommen kann. Ihr Stifte, Papier und Malbücher liegen immer griffbereit - ohne eventuelle Interessen- und Besitzkonflikte mit der Großen.



Neben dem Bett stehen die Bücher und die Bausteine und noch ein paar Kisten mit Spielfiguren.
Die Bauecke mit dem Spiegel ist das Highlight der Kleinen. In dem Spiegel kann man sich prima von allen Seiten betrachten, Grimassen schneiden, sich verkleiden und dann darin bewundern....
Der Bausteinekorb lässt sich an den Henkeln super durch die halbe Wohnung hinter sich her ziehen - so kann einfach überall gebaut werden!






Auf der anderen Seite steht ein Regal mit der Kugelbahn, welche die Kleine zu ihrem ersten Geburtstag geschenkt bekam. Man muss kein Hellseher sein (aber vermutlich wenigstens ein Kind haben), um zu wissen wo die Kugeln meistens zu finden - oder eher zu suchen - sind. Jedenfalls nicht auf der Kugelbahn ;) Meistens trägt das kleine Kind sie in einer Tasche mit sich umher. Das tut sie nämlich am liebsten: Verreisen oder wandern spielen mit jede Menge Gepäck. Und wenn sie dann mit der Kugelbahn spielen will, müssen wir uns erstmal auf die Suche nach den Kugeln begeben.




Neben dem Regal hängt eine große, alte Schultafel an der Wand. Sie wird fast täglich bespielt und am aller-allerliebsten abgewischt. Nass. Immer wieder. Mitunter wird sie nur bemalt, um sie hinterher abwischen zu können.



Ich mag das neue alte Kinderzimmer ziemlich gern.
Die Kinder nennen es immer "Spielzimmer", wobei es natürlich auch immer noch das Schlafzimmer ist. Mit viel Raum für Ideen, kreatives Spiel, Besuch, Höhlen aus Decken und Lacken oder einfach ganz viel Chaos ;)


Sonntag, 16. Februar 2014

Zeugnisse.

Am Freitag bekam die Große ihr erstes Zeugnis. Eines ohne Noten, mit einer schriftlichen "Bewertung", wie sie sich im letzten und gleichzeitig ersten halben Schuljahr geschlagen hat.
Die Große geht sehr gern zur Schule. Es ist genau das, was sie gebraucht hat und es ist wunderbar mit anzusehen, wie sie in ihrer neuen Rolle als Schülerin aufgeblüht ist. Sie gibt sich immer große Mühe, ist sehr ordentlich und gewissenhaft und möchte am liebsten immer alles richtig machen. Schon oft habe ich ihr erklärt, dass sie doch genau deshalb in die Schule geht - um es zu lernen. Um Fehler zu machen und daraus zu lernen. Dass es dazu gehört Fehler zu machen und wir alle genauso angefangen haben. Dass es nicht wichtig ist, immer alles richtig zu machen oder die Beste zu sein, sondern niemals die Freude am Lernen zu verlieren - auch wenn es Rückschläge gibt. Das anzunehmen fällt ihr ziemlich schwer. Aber da kann ich mir an die eigene Nase fassen und sollte noch etwas an meiner Vorbildfunktion arbeiten.

Als die Große nun am Vorabend sehr aufgeregt ihrer ersten Zeugnisausgabe entgegenfieberte, nutzen wir die Gelegenheit und schauten beim Zubettgehen statt in ein Bilderbuch in meine alte Zeugnismappe. Die Große lauschte gespannt meinen Bewertungen und Noten. Zwischendurch sagte sie immer wieder "Oh, so bin ich auch!" und schlief dann irgendwann neben mir ein. Ich blätterte weiter und musste an meine Worte denken, die ich zur Großen sagte - die Freude am Lernen nicht zu verlieren. ich war immer eine (sehr) gute Schülerin. Meine Mutter hatte immer vollstes Vertrauen in mich und wurde auch nicht nervös, als meine Noten kurz vorm Abitur ins bodenlose versanken. Und sie hat Recht behalten. Mein Abitur schaffte ich mit einem super Ergebnis - ganz ohne Druck oder Kontrolle. Ihr ging es nie darum, dass ich gute Noten erreiche, sondern dass ich meine Aufgaben selbstständig und selbstbestimmt erledigen durfte und konnte - das hat mir für mein weiteres Leben sehr viel mit auf den Weg gegeben. Sie war immer da, wenn ich sie um Hilfe gebeten habe oder wenn ich sie, auch ohne Nachfragen, brauchte. Sie hatte ein gutes Gespür für das alles - so wie es sicher nahezu alle Eltern auf dieser Welt haben, wenn sie auf  sich,  ihr Kind und die gemeinsame Beziehung vertrauen. 

 Ich hoffe sehr, dass auch wir dieses Vertrauen niemals verlieren. Es sah bei meiner Mutter immer so kinderleicht aus, aber so einfach fühlt es sich heute gar nicht an. Das kann ich ganz ehrlich zugeben. 
Aber wie heißt es immer: Man wächst mit seinen Aufgaben.
Und wir wachsen gerade gewaltig!

***

Das Zeugnis der Großen ist übrigens ganz wunderbar gewesen. Es war authentisch und ehrlich. Ganz genau so, wie die Große ist und ich bin beeindruckt, wie gut ihre Klassenlehrerin sie offensichtlich kennt, wie gut sie sie einschätzen kann. Das Zeugnis war viel weniger Bewertung als ich angenommen habe. Stattdessen ein Erlebnisbericht der letzten 6 Monate.
Und es darf nun in dieser eingehüllten Mappe auf Gesellschaft warten :) Die Stoffe hat die Große natürlich selbst ausgesucht. Sie passen perfekt zu ihrem neuen Zimmer.






Samstag, 8. Februar 2014

"Platz ist in der kleinsten Hütte" - Zuhause bei Halitha #4

Eigentlich wollen wir gern umziehen. Für mehr Platz und auch, weil man mit einem Umzug viel unnötigen Ballast abwerfen und neu starten kann. Da dies aber aus verschiedenen Gründen nun erstmal nicht möglich sein wird, sind wir einfach einmal innerhalb unserer Wohnung umgezogen. Wir haben unser gesamtes Hab und Gut einmal in der Hand gehabt, haben einiges entsorgt, verkauft, verschenkt und weiter gegeben und uns neu sortiert. An diesem Prozess mag ich euch ein wenig teilhaben lassen und euch so einen kleinen Einblick in unseren Alltag auf 80qm geben. 
Mit ein paar ausgesuchten Details - einen kompletten Rundgang durch unsere Wohnung gibt es aus sicher nachvollziehbaren Gründen aber nicht ;)

Nach unserer Garderobe, den Ordnungssystemen und unserem Familientisch zeige ich euch heute meinen neuen-alten Nähschrank. 
Eigentlich hatte ich ja ein Nähzimmer, wie ich euch letztes Jahr gezeigt hatte. Und im Schranksystem im Wohnbereich stand zu Unizeiten immer mein Computer, die Bücher, Papiere usw. 
Im Rahmen unseren "Umzugs", habe ich jedoch mein Nähzimmer geräumt. Zugunsten unserer Großen, die mit ihrem sehr sensiblen Wesen dringend einen Rückzugsort brauchte. Dazu aber demnächst.

Denn heute möchte ich euch wie gesagt meinen neuen Nähbereich im ehemaligen Studierschrank zeigen. Der Drucker steht noch, denn E-Books müssen ja auch ausgedruckt werden ;)


Die meisten Stoffe, Füllmaterialien, abgenommene oder -gepauste Schnitte, Stoffreste etc. pp. sind zwar auf den Kleiderschrank im Schlafzimmer gewandert - so viel Kapazität hat der Schrank dann doch nicht. Aber den Großteil meines gesamten Nähzubehörs habe ich hier tatsächlich untergebracht bekommen. Garne, Nähzeitschriften, destilliertes Wasser für das Bügeleisen, geerbte Häkelnadeln, Reißverschlüsse, Klettband, Gummilitze, Scheren, Rollschneider, Kam Snaps Zange, zugeschnittene Shirts....






....und mein derzeitiges Projekt: eine große Patchworkdecke aus über 100 Tragetuchstoffreststückchen. Bei der Arbeit daran, konnte ich meinen neuen Nähplatz direkt ausprobieren und habe ihn für gut befunden! Viel weniger Platz als vorher habe ich tatsächlich nicht. Und außerdem bin ich jetzt quasi zur Ordnung gezwungen, wenn ich nicht Gefahr laufen will, dass mir ein Kind ein Stoffstückchen zum Basteln entführt. :)

Ich bin ziemlich zufrieden mit unserer Lösung. Wir haben auf jeden Fall das Beste aus unserer Wohnsituation herausgeholt!





Sonntag, 2. Februar 2014

"Platz ist in der kleinsten Hütte" - Zuhause bei Halitha #3

Eigentlich wollen wir gern umziehen. Für mehr Platz und auch, weil man mit einem Umzug viel unnötigen Ballast abwerfen und neu starten kann. Da dies aber aus verschiedenen Gründen nun erstmal nicht möglich sein wird, sind wir einfach einmal innerhalb unserer Wohnung umgezogen. Wir haben unser gesamtes Hab und Gut einmal in der Hand gehabt, haben einiges entsorgt, verkauft, verschenkt und weiter gegeben und uns neu sortiert. An diesem Prozess mag ich euch ein wenig teilhaben lassen und euch so einen kleinen Einblick in unseren Alltag auf 80qm geben. 
Mit ein paar ausgesuchten Details - einen kompletten Rundgang durch unsere Wohnung gibt es aus sicher nachvollziehbaren Gründen aber nicht ;)

Heute zeige ich euch unseren Essplatz, der gleichzeitig auch der Mittelpunkt unseres Familienlebens ist. 
Die Stühle habe ich im Rahmen unseres "Umzugs" wieder einmal neu bezogen, bzw. den (inzwischen bestimmt schon vierten) Bezug wieder entfernt und aus Schwedenstoff einen Neuen angetackert. Warum ich sie in regelmäßigen Abständen wechsle ist plausibel, wenn man überlegt, wie viele (hier wohnende oder nur ab und an hier spielende) Kinder ihre Fingerchen nach dem Essen/Basteln/Malen an den Sitzflächen abschmieren. Und zwar oftmals nicht mal mit Absicht.






An der Stirnseite unseres Esstisches steht meistens etwas Obst und ausnahmslos immer mein allerliebster Wasserkrug, den mir mein Mann Weihnachten 2010 geschenkt hat. Das Lichthäuschen habe ich für die Kleine im Kindergarten gebastelt - als Teil des Weihnachtskalenders in ihrer Gruppe. Daneben steht das Kraut der Unsterblichkeit. Ein zartes Pflänzchen, das wir von ganz, ganz lieben Freunden geschenkt bekamen (*wink zu euch*). Und oben über unserem Essplatz hängt unser letztjähriges Weihnachtsgeschenk an den besten Mann und Vater überhaupt, der uns immer unterstützt und lieb hat, egal wie stachlig wir gerade sind. :)




Und natürlich sieht der Tisch selten so sauber und aufgeräumt aus, denn wir breiten immer alles über und auf ihm aus, was uns gerade beschäftigt. Und zwar uns alle! Nicht nur beim Essen ;) So bleibt es dann nicht aus, jede Menge Krümel und Schnipsel, Wolle, Puzzleteile, Playmobilfiguren und Knete unter dem Tisch aufzulesen, aber das gehört eben dazu. Immer wieder. Jeden Tag! Und es ist schön :)